Die Dehesa von Montehermoso ist in dreierlei Hinsicht bemerkenswert:
Sie ist öffentlich und nicht eingezäunt, der Bestand an uralten Stein- und Korkeichen gibt ihr einen fast schon mystischen Charakter und zu alledem liegen in ihr auch noch mehrere große Dolmen.
Wir unternahmen einen schönen Spaziergang.

Im kleinen Weiler Romangordo sind die Häuser und Garagentore mit Murales verziert.

Saucedilla liegt am Ufer einer Lagune. Ihr Wasser wird zur Kühlung des nahegelegenen Atomkraftwerkes verwendet. Sie gilt als gutes Vogelbeobachtungsgebiet.
Direkt neben unserem Stellplatz war ein Storchenpaar dabei, für Nachwuchs zu sorgen.

Am Storchennest wohnten Untermieter: Haussperling (Passer domesticus).

Nur an der Lagune selbst ließen sich fast keine Vögel blicken. Ein einsamer Kormoran (Phalacrocorax carbo) posierte geduldig vor der Kamera.

Wir hatten es ausnahmsweise eilig. Bei Wolfgangs Hörgeräten war ein Kabel gebrochen, das nächste Fachgeschäft auf unserer Route war 180 km entfernt bei Toledo und das Wochenende nahte.
Nur Autobahn wollten wir aber auch nicht fahren und so legten wir einen kurzen Zwischenstopp in Talavera de la Reina ein.

Bei den Barrancas de Castrejón y Calaña, einem Erosionsgebiet, unternahmen wir einen wunderschönen Spaziergang.

Die Mandelbäume stehen jetzt in voller Blüte.

Die Reparatur der Hörgeräte klappte problemlos und so konnten wir uns weiter auf den Weg nach Aranjuez machen.
Aranjuez ist Sommerresidenz der Könige und wir unternahmen bei schönstem Wetter einen ausgedehnten Spaziergang durch die Gärten.

Bei Oreja steht eine verfallene Burg und ein verlassenes Dorf hoch über dem Tal des Tajo.

Wir fanden einen schönen Platz neben den verfallenen Häusern und stellten uns auf ein ruhiges Wochenende weitab vom Schuss ein.

Am Samstagmorgen dann die Überraschung: Erst kam ein Auto, dann noch zwei, Feuerchen wurden gemacht, Tische aufgestellt. Jetzt waren wir neugierig.
Die „Quinta de los 50“ aus dem nächsten Dorf kam hierher zum Feiern. „Quinta“ ist die Bezeichnung für alle aus dem selben Jahrgang und in dem Jahr, in dem man 50 wird, wird groß mit allen zusammen gefeiert.
Gegen elf Uhr füllte sich der Platz vor der (renovierten) Kirche und alle versammelten sich zum Gruppenfoto.
Danach wurde die Messe gefeiert und anschließend gegrillt. Wir waren herzlich eingeladen und so steckten wir mitten im Trubel.

Bevor alle wieder abfuhren, um in ihrem Dorf weiter zu feiern, hinterließen sie uns die Reste vom Grill. Wie man sieht, ist Spanien nicht gerade ein Land voller Vegetarier.

Die vielen Kalorien mussten wir wieder loswerden. Da bot sich die Via Verde del Tajuña an, eine ehemalige Bahnlinie und heute ein Fahrrad- und Wanderweg. Sie ist 50 km lang, wir parkten in der Mitte und fuhren einmal die östliche und einmal die westliche Hälfte hin und her. Bisher war das die schönste Via Verde.

Während des Bürgerkrieges fanden hier im Februar 1937 Kämpfe statt. Manche Schützengräben und Stellungen lagen direkt neben der Strecke.

Almoguera ist ein kleiner Ort mit einer Burg und einem großen Mural an der überdachten Plaza.

Die große Burg in Zorita de los Canes auf einem Felsen neben dem Tajo ist arabischen Ursprungs. Leider war sie geschlossen. Direkt vor dem Eingangstor war der Felsen weggebrochen.

Zwei Kilometer von der Burg entfernt liegen die Ruinen von Recópolis auf einem Plateau. Die Stadt war eine der wenigen westgotischen Neugründungen in Spanien. 578 wurde sie gegründet, im 8. Jahrhundert von den Arabern übernommen und im 9. Jahrhundert aufgegeben.

Bei Auñón führt eine alte Brücke über den Tajo.

Über die Brücke hätten wir mit unserem Sol noch gut gepasst, aber an den Felsüberhängen auf dem weiteren Weg wären wir wohl stecken geblieben.

Auf einer Landzunge im Stausee von Buendía werden seit 1992 aus den Felsen Skulpturen gearbeitet. Es nennt sich „Ruta de las Caras“, der Weg der Gesichter.

Hier am Stausee fanden wir einen Platz so ganz nach unserem Geschmack.

¡Hasta luego!